Lg400aufmacher Gross

In unserem großen Vergleichstest haben wir bisher schon 10 verschiedene Paddock-Platten getestet, die laut Hersteller ohne Unterbau verlegbar sein sollen. Nun gehen fünf weitere Kandidaten in den Ring. Auch wenn wir ein umfassendes Testurteil erst nach Durchlauf aller Jahreszeiten und Matschzustände fällen, so gibt es nach den ersten sechs Monaten Nutzung nun einen ersten Eindruck der neuen Testmodelle. In diesem Fall geht es um die LG400 von Land Grid.

Die Land Grid LG400 Paddockplatte Smart ist eine der günstigsten Platten in unserem Vergleichstest, die sich ohne Unterbau verlegen lassen soll. Der Hersteller empfiehlt lediglich, ein Vlies, namentlich sein Tv200, unter die Platten zu legen. Optisch erinnert das Vlies an ein klassisches Malervlies. Wir sind der Verlegeempfehlung bei einer Testfläche gefolgt, haben eine zweite Testfläche aber bewusst ohne Vlies verlegt, um zu schauen, ob sich im Laufe des Tests Unterschiede ergeben.

Ein paar Fakten

Die Platten (Plattenmaß 38,5 x 38,5 x 4 cm) aus PP/PE Recycling-Material machen einen robusten Eindruck und die Konstruktionsweise sorgt für eine relativ große Auflagefläche. Die Wandstärke beträgt 0,3 cm und die Wabengröße liegt bei 6 x 6 cm. Mit einem Gewicht von 0,9 Kg pro Platte zählt die LG400 zu den leichteren Modellen. Der Hersteller gibt die Belastbarkeit mit 300 Tonnen pro Quadratmeter an. Grundsätzlich empfiehlt der Hersteller das Befahren der Platten nur dann, wenn ein entsprechender Unterbau vorhanden ist. Wir befahren beide Testflächen aber auch ohne regelmäßig mit einem 4-Tonnen-Schlepper und nach den ersten sechs Monaten lassen sich weder Fahrspuren noch andere „Probleme“ erkennen. Oder anders gesagt: Die Platten halt ordentlich was aus!
An zwei Seiten verfügen die LG400 über Rastnasen, mit der eine Klickverbindung mit der nächsten Platte erfolgt. Das sorgt für einen guten Verbund innerhalb der belegten Fläche.

 

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Land Grid empfiehlt, unter die Platten ein Vlies zu verlegen. 
 

Verlegung

Optimalerweise verlegt man die Platten auf einen halbwegs geraden und verdichteten Untergrund, der ausreichend Tragkraft bietet. Die Verlegung auf Sand oder Kies wird nicht empfohlen. Gut ist es, wenn die Platten mit ein wenig Gefälle von ca. 1 bis 2 % verlegt werden, um den Wasserabfluss zu begünstigen. Auf diese Fläche wird nun das Vlies mit rund 20 cm Überlappung zur nächsten Bahn verlegt. Sobald die Platten liegen, werden diese mit Sand mit einer Körnung von 1 bis 3 mm verfüllt.
Der Hersteller empfiehlt bei Bedarf eine Tretschicht von mindestens 6-8 cm Höhe auf die Platten aufzubringen. Wir haben darauf, wie bei allen anderen Testmodellen auch, verzichtet, denn diese Tretschicht verwandelt sich an viel genutzten Stellen, z.B. rund um Raufen, gerne nach kurzer Zeit in eine Melange aus Sand, Urin, Pferdeäppeln und Feuchtigkeit. Eine Tretschicht minimiert zwar eine eventuelle Rutschigkeit von Platten und schützt diese noch einmal, aber fast alle Platten in unserem Vergleich kommen gut ohne diese Schicht aus.
Da die Platten schon vorgesteckt geliefert werden, geht die Verlegung sehr gut und schnell von der Hand. Kleinere Unebenheiten gleicht das recht weiche Material dabei sogar spielend aus. Die vorgesteckten Platten lassen sich einfach voneinander lösen, allerdings öffnen sich die Klickverbindungen bei größeren Unebenheiten dementsprechend schneller von allein. Im Vergleich mit den novus HM E35 oder den EcoRaster-Platten entsteht also bei nicht ganz glattem Untergrund ein weniger fester Verbunden. Deswegen lohnt es sich, etwas mehr Zeit und Mühe in den glatten Untergrund zu stecken, um am Ende ein vergleichbar gutes Ergebnis zu erzielen.
Da bei anderen Herstellern die Verbindungsraster beim Ausbau gerne abreißen und sich solche Platten dann natürlich kaum noch erneut verwenden lassen, könnte die einfache Auftrennbarkeit der LG400 sogar für eine Wiederverwendung sorgen. Wir werden beobachten, wie die Land Grid sich in diesem Bezug in den nächsten Testmonaten schlagen werden.
 

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Die Stege der LG400 sind relativ breit ausgeführt, um eine größere Auflagefläche zu erzielen. Über die kleinen Verbindungsnasen werden die Platten zu einem Verbundzusammengesteckt. 
 

Preis und erster Eindruck

Die LG400 sind mit einem Quadratmeterpreis von 12,00 EUR inklusive Mehrwertsteuer (bei Abnahme einer Palette mit 45 qm) sehr günstig. Das Vlies kostet noch einmal 1,00 Euro pro Quadratmeter, sodass sich ein Gesamtpreis von 13,00 Euro pro QM ergibt. Sehr erfreulich ist, dass keine Versandkosten anfallen. Alleine aus diesem Grund sind die LG400 natürlich schon für viele Stallbetreiber von großem Interesse. Aber stimmt auch die Qualität?
Eindeutig, so viel kann man schon nach sechs Monaten verraten. Beide Testflächen schlagen sich außerordentlich gut. Mit und ohne Vlies, das macht (derzeit noch) keinen Unterschied. Der Verbund der Platten ist – obwohl wir bewusst ein paar „Dellen“ im Untergrund belassen haben – sehr gut. Es gibt keine sichtbaren Fahrspuren oder Beschädigungen und die Platten sind kaum rutschig. Auch jegliche Form der Abnutzung ist nicht erkennbar. Während z.B. die günstige Platte von WKH in unserem Test schon sehr schnell ihre Mängel offenbarte, lässt die LG400 hoffen, dass es eine Lösung zur Paddockbefestigung ohne Unterbau gibt, die unter der 15 Euro Marke bleibt. Wir sind gespannt, wie sich die beiden Testflächen in den nächsten Monaten weiter schlagen werden.

 

Weitere Infos unter www.land-grid.com

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